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Warum wir ein menschliches Energiesystem brauchen

Aktualisiert: Juni 4

Von Justus Schütze


Konvivialität: Eigenschaft/Haltung, die in deutlichem Maße gemeinschaftliches, geselliges (konviviales) Verhalten zeigt.

Unser tägliches Leben im 21. Jahrhundert ist in hohem Maße von Technologie geprägt: Die U-Bahn, die uns in die Arbeit bringt, die Internet-Suchmaschine, die unsere Fragen beantwortet oder die Bohrmaschine, die uns dabei hilft ein Haus über unserem Kopf zu errichten.

All diese Werkzeuge (Tools) haben es uns seit der industriellen Revolution ermöglicht nicht mehr in erster Linie auf die Energie unseres Körpers angewiesen zu sein.


Doch wo Licht ist, ist auch Schatten.


All diese Werkzeuge, die der Mensch nutzt, benötigen Energie bzw. Elektrizität, um zu funktionieren. Unser Leben und Überleben ist mittlerweile fast komplett von Elektrizität und den damit betrieben Werkzeugen und Maschinen abhängig geworden. Doch dieser Hunger nach Energie hat in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur zu einer massiven Zerstörung unserer Umwelt gesorgt, der Klimawandel stellt zusätzlich mittlerweile die größte Bedrohung der Menschheit dar.


Kohletagebau in Garzweiler, Sinnbild des Energiehungers (Quelle: Spiegel Online, 08.10.13)

Außerdem haben uns die vielen technische Entwicklungen abhängig gemacht.

Was passiert, sollte unser Energiesystem, wie wir es kennen, mal in einem größeren Maße ausfallen? Wie würde unsere Gesellschaft auf einen Blackout reagieren?


Sind soziale Medien wirklich sozial? Machen uns Smartphones wirklich smarter, schlauer? Oder bringt es uns nur noch weiter in eine fast sklavenhafte Abhängigkeit von Internet, Servern und Suchmaschinen, die von wenigen, großen Internetfirmen kontrolliert werden? Internet-Konzernen, die auf Werkzeuge zurückgreifen können, von denen jeder Diktator nur träumen kann.


Einsamkeit, Schnelllebigkeit, Ungerechtigkeit, Wettbewerbsdruck.

Das sind Gefühle, die viele Menschen mittlerweile mit dem technischen Fortschritt verbinden.


Höchste Zeit für konviviale Energie


Höchste Zeit für Gemeinschaftlichkeit, für Zusammenleben, für Konvivialität.

Höchste Zeit für Tools, die mit dem Menschen arbeiten, nicht noch mehr Tools, die lediglich für jemanden arbeiten. Höchste Zeit, die Energieversorgung mit einfach zu bedienenden Werkzeugen, wie Photovoltaik-Anlagen, Blockheizkraftwerken oder Lastenrädern wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Höchste Zeit für konviviale Energie in menschlichen Dimensionen.


Also: Übernehmen Sie die Kontrolle über die Werkzeuge und nicht anders herum. Übernehmen Sie auch die Kontrolle über Ihre Energieversorgung. Trommeln Sie Ihre Familie, Freunde und Nachbarn zusammen. Installieren Sie Photovoltaik-Paneele auf Ihrem Dach und produzieren Sie Ihre eigene Energie. Entwickeln Sie Software, die den Menschen weiterhilft und sie nicht manipuliert. Teilen Sie die Energie mit den Menschen Ihrer Gruppe.


Hier das Thema in aller Ausführlichkeit in einem TED Talk an der TUM von Januar 2019:

Link zum Youtube Video: https://www.youtube.com/watch?v=cCke5m76UFo



Justus Schütze

Gründer von BUZZN

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